Seit knapp zwei Wochen inseriere ich auf Empfehlung einer Kollegin in einem bekannten Hamburger Erotik-Werbeportal. Der Großteil der dort vertretenen Damen sind „normale Modelle“, die ihrer Tätigkeit in Appartments und Clubs nachgehen, es gibt aber auch Unterverzeichnisse für aktive und passive Bizarr-Profis. Die Website scheint ausserordentlich gut besucht zu sein.
Und was soll ich sagen: Seit ich vor vielen Jahren aufgehört habe, in der Tagespresse zu inserieren, hatte ich nicht mehr so viele amüsante Unterhaltungen am Telefon. Anale Jungfrauen, die dringend Bekanntschaft mit meinem Strap-on machen möchten – ob ich ihnen nicht einmal kurz vorab beschreiben könne, wie so etwas vor sich geht, damit sie ihre Schüchternheit endlich überwinden können? Gummi-TV-Huren, die für mich anschaffen gehen und mir jede Menge Geld einbringen wollen. Ein Liebhaber von Fütterungsspielen, der leider schon zu fett sei, durch meine Studiotür zu passen – ob ich damit wohl ein Problem hätte? Strikt heteorosexuelle Sklaven, die von mir unter Folter gezwungen werden müssen, einen meiner gut bestückten privaten Liebhaber oral zu befriedigen – am nächsten Tag hat derselbe Anrufer (der sich selbstverständlich vorher noch nie mit mir unterhalten hat!) einen enorm gebauten schwulen Hengst im Internet aufgerissen, ob ich ihn wohl zwingen könne, sich von diesem ohne Kondom hart in den Arsch f… zu lassen?
Ihr lieben kreativen Anrufer und Geschichtenerzähler: ich fühle mich wirklich bestens unterhalten. Ich hoffe nur, mein schwer zu unterdrückendes Kichern hat nicht denselben Effekt wie ein „Ist das etwa alles?“ für den Exhibitionisten im Park. Ich möchte euch ja keinesfalls den Spaß verderben. Und sollte einem ernsthaften Interessenten meine derzeitige übergroße Heiterkeit am Telefon aufgefallen sein, so versichere ich euch: Ich habe nichts getrunken, wirklich. Ich hatte nur kurz zuvor eine exzellente Comedy-Vorstellung. 😀



